Die Krawatte

Wissenswertes über den bedeutendsten Halsschmuck der Welt

"Ist es nicht Wahnsinn, den Kopf in eine Schlinge zu stecken, die jeder zuziehen kann?"… trotzdem ist die Krawatte fixer Bestandteil des Business Stylings.

Der Ursprung der Krawatte lässt sich zurückverfolgen bis in die Blütezeit Roms. Die ersten Vorläufer - um den Hals geschlungene Tücher - lassen sich auf die Trajanssäule finden. Ihren Namen erhielt die Krawatte erst im 16. Jahrhundert von dem im Dienste Frankreich stehenden kroatischen Regiment. Die französische Aristokratie fand die "Kroatentücher" so schick, dass sie diese zum zivilen Dresscode erkor. Über verschiedenste Formen im 17., 18. und 19. Jahrhundert fand die Krawatte ihre annähernd aktuelle Form als sich 1880 die Mitglieder des Oxforder University´s Exeter College die Hutbänder ihrer Strohhüte mit einem einfachen Knoten um den Hals banden - die Clubkrawatte war geboren.

Der moderne Krawattentyp existiert seit 1924, in diesem Jahr ließ sich der New Yorker Jesse Langsdorf die noch heute aktuelle Schnittvariante - mit 45°-Zuschnitt - patentieren. Das wichtigste Kriterium für die Qualität einer Krawatte ist, wie sie sich anfühlt. Der erste Griff ist damit der beste Ratgeber. Normalerweise besteht eine gute Krawatte aus drei Teilen. Die sind auch bei hochqualitativen Krawatten maschinengenäht. Nur die Naht, von der die Krawatte an der Innenseite zusammengehalten wird, sollte handgearbeitet sein. Die Schlaufe, die das schmale Ende aufnimmt, kann an die Rückseite genäht sein. Bei manchen Herstellern verschwinden beide Enden der Schlaufe in der Mittelnaht, eine Qualitätsaussage ist dieses Detail jedoch nicht. Die klassische Krawatte ist aus Seide gefertigt. Gewebte Seidenkrawatten werden überall auf der Welt als die förmliche Krawatte angesehen. Alternativen sind Strick- und Wollkrawatten (Schurwolle, Cashmere, Mischungen), die durchaus auch zum Geschäftsanzug oder am Abend getragen werden können.

Die förmliche Version der Strickkrawatte ist dunkelblau oder schwarz. Sie passt zu hellen Hemden und durchaus auch zum dunkelgrauen Anzug. Einfarbige Strickkrawatten gehen auch zu gemusterten Hemden. Wolle steht oft für Wochenende und Landleben. Vor allem im Herbst oder Winter sind Wollkrawatten eine gemütliche Alternative zu Seidenkrawatten. Die besten Krawatten werden aus reiner Seide oder Wolle gefertigt. Grundsätzlich gilt bei Dresscode "formal" Krawattenpflicht. Wird ein Anzug getragen - egal, ob elegant oder sportlich - ist der passende Halsschmuck die Krawatte.

Ob Paisley, gestreift, gepunktet oder einfärbig, grundsätzlich gilt: die Krawatte sollte mit dem gewählten Outfit in farblicher stofflicher und gemusterter Harmonie stehen. Absolute NoNo´s sind die besonders "lustigen" Krawatten mit Schweinchen, Comics oder sonstigen Motiven. Auch übertriebene Muster oder Knallfarben haben auf den Laufstegen der Modeschöpfer ihre Berechtigung, sollten aber im Alltag nicht eins zu eins übernommen werden. Wer diese Saison businesstauglich und modisch punkten will, greift zu Schlipsen, die farblich im Kontrast zum Hemd stehen und zu plakativen Mustern wie Blockstreifen. Auch leicht changierende Materialien sind im Trend.

Der perfekte Sitz der Krawatte ist ebenso wichtig für das Gesamtbild wie Farbe und Muster. Es gibt zwei Knoten, den "Windsor-Knoten" und den "Four-in-hand" Knoten, der eine eicht asymmetrische, elegante und längliche Variante darstellt. ER streckt die Halspartie und zeigt auch bei verschiedenen Krawattendicken gute Ergebnisse. Der "Windsor - Knoten" ist symmetrisch aber oft breiter und hoch. Er wirkt daher sehr robust und kürzlich optisch die Halspartie. Die Länge der Krawatte sollte so bemessen sein, das sie zirka 2 cm unter dem Gürtel endet. Selbstverständlich muss der Hemdkragen geschlossen und der Knoten soweit zugezogen sein, das er mit dem Kragen einen sauberen Abschluss ohne Zwischenraum bildet. Als enge Verwandte der Krawatte kann man die Schleife und das Halstuch ansehen. Die Schleife wird formell bei Smoking und Frack verwendet, findet aber auch in den unterschiedlichsten Mustern und Farben bei Anzügen Verwendung. Allerdings gilt das "Mascherl" zur Zeit modisch als absoluter Fauxpas. Das Halstuch hingegen ist modisch in der Freizeit und am Wochenende eine leger elegante Alternative zur Krawatte.

Ein Artikel von Irmie Schüch-Schamburek aus der Zeitschrift "Die Wirtschaft" das Servicemagazin für Unternehmer und Manager.
http://www.die-wirtschaft.at


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